DAS MAGAZIN

Hafen Aktuell

Der Rheinhafen ist ein „starkes Stück Karlsruhe“. Dem Ausdruck geben soll das Magazin „Hafen Aktuell“, das seit dem Jahr 2004 dreimal jährlich erscheint. Berichtet wird über die Karlsruher Rheinhäfen, Aktivitäten in und rund um die Häfen sowie über die in den Häfen ansässigen Unternehmen. Bei rund 5.000 Menschen, die im Hafengebiet in etwa 200 Firmen beschäftigt sind, gibt es immer interessante Themen, über die es sich zu berichten lohnt. Schließlich stellen die Rheinhäfen Karlsruhe einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Technologieregion dar.

EDITORIAL 02/2026

Niedrigwasser braucht starke Antworten

Liebe Leserinnen und Leser von Hafen Aktuell,

der Rhein ist Verkehrsweg, Wirtschaftsader und ein entscheidender Teil unserer Infrastruktur. Wie abhängig funktionierende Lieferketten von seiner Leistungsfähigkeit sind, hat uns das Niedrigwasser in diesem Jahr sehr deutlich vor Augen geführt.

Wenn Binnenschiffe aufgrund geringer Fahrrinnentiefen nur noch einen Teil ihrer üblichen Ladung transportieren können, hat das unmittelbare Folgen. Transportkapazitäten sinken, Umlaufzeiten verlängern sich, Kosten steigen. Und die Mengen, die das Schiff nicht mehr bewegen kann, finden nicht über Nacht Platz auf Lkw oder Güterzügen.
Was auf dem Rhein passiert, wirkt deshalb weit über die Wasserstraße hinaus. Für mich zeigt diese Situation vor allem eines: Wir müssen die Binnenschifffahrt widerstandsfähiger machen und ihre Rolle innerhalb eines leistungsfähigen Verkehrssystems stärken. Die Grundlage dafür ist eine verlässliche Wasserstraßeninfrastruktur. Hinzu kommen verlässlichere Pegelvorhersagen, eine gute Anbindung an die Schiene, Schiffe, die auch bei niedrigen Wasserständen wirtschaftlich fahren können, Logistikketten, die flexibel auf Engpässe reagieren, und durchgängig digitale Prozesse.

Klimaresilienz entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenspiel vieler Faktoren. Die Rheinhäfen Karlsruhe haben dafür eine gute Ausgangsposition. Wasser, Schiene und Straße treffen an unserem Standort unmittelbar aufeinander. Diese Trimodalität ermöglicht es, Warenströme flexibel zu organisieren und die jeweiligen Stärken der Verkehrsträger miteinander zu verbinden. Die Zukunft liegt aus meiner Sicht nicht im Gegeneinander von Binnenschiff, Bahn und Lkw, sondern in ihrer intelligenten Vernetzung. Mit PORTCONNECT treiben wir diese Entwicklung auch digital voran. Im Projekt CRANE beschäftigen wir uns zugleich sehr konkret mit der Klimaresilienz der Häfen am Oberrhein und den Anpassungen, die künftig notwendig werden.

Dafür braucht es jedoch auch verlässliche politische Rahmenbedingungen. Investitionen in Wasserstraßen, Schleusen und Hafeninfrastruktur müssen langfristig planbar sein und schneller umgesetzt werden können. Klimawandel, volle Autobahnen und die Notwendigkeit sicherer Lieferketten sind Gründe genug, das Potenzial des Binnenschiffs endlich auszuschöpfen.

Herzlichst, Ihre Patricia Erb-Korn

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